Basketball WM 2010: Super-GAU perfekt – Deutschland ausgeschieden

Der Super-GAU für Basketball-Deutschland ist eingetreten: das Nationalteam ist nach einer 88:92 Niederlage gegen Afrikameister Angola in der Vorrunde der Basketball WM 2010 ausgeschieden. Damit hätte nach den ersten beiden sehr überzeugenden Partie wohl niemand gerechnet, nun ist es aber Realität. Die Jungs von Bundestrainer Dirk Bauermann werden auch mit einem Sieg heute Abend im letzten Gruppenspiel gegen Jordanien nicht mehr das Achtelfinale der Basketball WM 2010 erreichen können.

Der Achtelfinaleinzug war vor dem Turnierbeginn von Bundestrainer Bauermann als das große Ziel der Deutschen ausgerufen worden. In Anbetracht der guten Vorstellungen des jungen deutschen Teams letztes Jahr bei der Basketball EM in Polen, wo sie bereits ohne ihren Superstar Dirk Nowitzki auskommen mussten, und in Anbetracht der durchaus schlagbaren Konkurrenz in der Gruppe A schien die Vorgabe von Bauermann ein realistisches Ziel zu sein.

Und im Nachhinein betrachtet war es das auch. Theoretisch hätten zwei Siege gegen die vermeintlich schwächsten Teams der Gruppe A, Angola und Jordanien, bereits für das Achtelfinale gereicht. Umso bitterer die Art und Weise, wie man nun ausgeschieden ist.

Gegen Argentinien, einen der Turnierfavoriten, hat das deutsche Team gut mitgehalten und konnte nach einer Aufholjagd am Schluss sogar noch an einem Sieg schnuppern. Gegen Vize-Europameister Serbien, das in Krstic und Teodosic wohl ohne seine besten zwei Spieler auskommen musste, gab es sogar einen Achtungssieg. Bis dahin sah alles positiv aus für die deutsche Basketballnationalmannschaft. Das Achtelfinale war in greifbarer Nähe und es schien fast nur noch darum zu gehen, ob man sich eine gute Ausgangsposition dafür sichern könnte oder nicht.

Dann kam das ominöse Australien-Spiel. Das deutsche Team kam von Beginn an nicht ins Spiel, fand keinen Rhytmus in der Offensive. Die Australier zeigten, wie das junge und unerfahrene deutsche Nationalteam Schwächen offenbart, wenn man es physisch hart attackiert und mit starker Defensive unter Druck gesetzt wird. Die Deutschen fanden kein Mittel und am Ende stand eine deutliche 43:78 Klatsche gegen ein Team, gegen das man sich eigentlich ein paar Chancen ausgerechnet hatte, zu Buche. Auf einen Schlag war das vorher gewonnene Selbstvertrauen weg und viel schlimmer noch, die Deutschen wirkten über weite Strecken sogar hilflos.

Dass ein solches Spiel für ein unerfahrenes Team nicht gerade einfach aus den Köpfen zu bekommen ist, war klar. Doch mit Angola und Jordanien sollten ja nun in den letzten beiden Gruppenspielen die Gegner folgen, die man vor Turnierbeginn ohnehin schlagen wollte bzw. musste. Alles noch drin, so schien es.

Und dann kamen die Angolaner. Auf wilden, athletischen Basketball hatte man sich eingestellt. Trotzdem verschliefen die Deutschen auch gegen Angola den Start und fanden nicht ins Spiel. Die Afrikaner spielten sich aufgrund der schlechten Defensivleistung des deutschen Teams ihrerseits schnell in einen Lauf. Man merkte die Verunsicherung dem deutschen Team förmlich an. Deutschland gab jedoch nicht auf und fand durch seine Dreierschützen und bessere Defense zurück ins Spiel. Kurz vor dem Ende lag man sogar deutlich in Führung. Alles lief nach Plan. Was dann geschah ist jedoch unverständlich – schlimmer noch, unverzeihlich. Deutschland spielte auf Zeit, nahm in der Offensive aber keine guten Würfe oder spekulierte nur auf Foul-Pfiffe, die auf diesem Niveau in einer engen Schlussphase allerdings einfach selten kommen. Dazu warfen die deutschen Aufbauspieler in den unnötigsten Situationen den Ball einfach weg. Das Traurige ist, selbst diese Leistung in der Offensive hätte möglicherweise noch für den Sieg gereicht. Leider passte sich auch die Defensivleistung der Deutschen wieder der unkonzentrierten Offense an. Die kleineren Angolaner sammelten so Offensivrebound um Offensivrebound und konnten somit dann letztendlich auch den Ausgleich herstellen. Es ging in die Verlängerung. Auch hier setzte sich die total verunsicherte Spielweise der Deutschen fort und die Angolaner rochen ihre Chance. Am Ende passierte das Unvermeidbare, Deutschland gab das Spiel aus der Hand. Der temporäre Höhenflug war gestoppt, der Traum geplatzt. Deutschland wird nicht im Achtelfinale der Basketball WM 2010 stehen, sondern nach der Vorrunde bereits wieder die Heimreise antreten.

02.09.2010 | Sport | Thomas | 567 x gelesen

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