Loveparade 2010 Tragödie: Oberbürgermeister Sauerland hat Morddrohungen erhalten
Es war ein Ereignis, das eigentlich anders hätte enden sollen: Doch die größte Dance Party der Welt endete mit einer Tragödie. Vor fast einem Monat kamen auf der Loveparade 2010 in Duisburg zahlreiche Menschen ums Leben. Grund dafür war, dass die Loveparade zum ersten Mal nicht im Stadtzentrum, sondern auf einem externen Gelände stattfand. Man erwartete über eine Millionen Gäste und scheint nicht mit der Massenpanik, die sich zu einer Katastrophe entwickelte, gerechnet zu haben.
Viele Menschen wurden einfach totgetrampelt, andere bangten im Krankenhaus zahlreiche Stunden um ihr Leben. Bereits wenige Tage nach der Katastrophe wurden erste Vorwürfe gegen den Oberbürgermeister aus Duisburg, Adolf Sauerland, erhoben. Er soll die Loveparade 2010 um jeden Preis haben wollen und hätte das Risiko, welches ohne Zweifel mit dieser Veranstaltung einherging, einfach ignoriert. Sicherheitsbedenken sollen von Oberbürgermeister Sauerland einfach ignoriert worden sein. Trotz der Lücken im Sicherheitssystem soll er sein “Ok” für die Veranstaltung gegeben haben.
Nicht nur, dass sich der Oberbürgermeister während der letzten Wochen mit zahlreichen negativen Schlagzeilen befassen musste, nun soll Sauerland auch Morddrohungen erhalten haben. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” sagte er, dass sich ein Unbekannter bei ihm gemeldet und ihm erklärt habe, dass man ihm 5.000 Euro gezahlt habe, damit er Sauerland töte. Ein weiterer Anrufer habe gedroht, einen Kindergarten in die Luft zu sprengen, falls Sauerland nicht zurücktreten sollte.
Im Nachrichtenmagazin “Spiegel” räumt Sauerland zum ersten Mal ein, die Öffentlichkeit bewusst über die Besucherzahlen, die man zur Loveparade 2010 erwartete, getäuscht zu haben. Allerdings sieht der Oberbürgermeister die alleinige Schuld nicht nur bei sich. Im Interview sagte er, dass er auf Wunsch des Veranstalters der Loveparade 2010 bei einer Lüge mitgemacht habe. Die Zahlen, welche in den Medien erschienen, seien “gepusht” gewesen. Während am Unglückstag, dem 24.07.2010, von 1,4 Millionen Besuchern gesprochen wurde, stand bereits vorher fest, dass das Gelände lediglich für 250.000 Besucher zugelassen und nicht einmal voll ausgelastet war.
Im Interview zeigt sich der Oberbürgermeister nach der Katastrophe der Loveparade 2010 etwas kritisch sich selbst gegenüber. Immerhin würde er persönliche Konsequenzen nicht ausschließen und stelle sich schon seit längerem die Frage, ob er sein Amt nach einem so tragischen Ereignis weiter ausüben kann. Bevor es zu einer Entscheidung kommt, will der Oberbürgermeister laut eigener Aussage aber erst alle weiteren Fragen, die mit dem Unglück auf der Loveparade 2010 in Verbindung stehen, klären.
- Loveparade 2010 Drama: Abwahl gescheitert – Adolf Sauerland bleibt Duisburgs Bürgermeister
- Loveparade 2010 Drama: Räume von Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland wurden durchsucht
- Gedenkfeier für Opfer der Loveparade 2010 Katastrophe
- Loveparade 2010: Mindestens 15 Tote und über 45 Verletzte nach Massenpanik
- Loveparade 2010: Nach Katastrophe schwere Vorwürfe gegen Oberbürgermeister aus Duisburg
