Wahl des Bundespräsidenten: Wulff gewinnt dritten Wahlgang, Koalition entgeht totaler Blamage
Christian Wulff ist der neue Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Der Ministerpräsident von Niedersachsen und Wunschkandidat von CDU/CSU und FDP konnte sich im entscheidenden dritten Wahlgang in der Bundesversammlung gegen seinen Konkurrenten aus dem Lager von SPD und den Grünen, Joachim Gauck, durchsetzen.
Die Regierungskoalition aus Union und FDP entgeht damit ganz knapp einer totalen Blamage. Im dritten Wahlgang reichten Wulff 625 Stimmen zur Wahl, Gegenkandidat Gauck kam auf 494 Stimmen.
Entscheidend für die Wahl Wulffs zum Bundespräsidenten war letztendlich allerdings nicht die Geschlossenheit innerhalb der Koalition, sondern das Verweigern der Linkspartei gegenüber Joachim Gauck. Die Linkspartei zog zwar ihre Kandidatin – Luc Jochimsen – zurück und gab die Wahl innerhalb ihrer Partei offiziell frei, aber Gauck als Ex-Chef der Stasi-Akten-Behörde und Kandidat der SPD war für viele Linke offenbar einfach nicht wählbar.
Damit kamen Angela Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle noch einmal mit einem blauen Auge davon. Ihr Wunschkandidat Christian Wulff ist neuer Bundespräsident und auch wenn die Wahl nicht gerade rühmlich für die Koalitionsführungsspitze verlief, so können sie die Wahl Wulffs letztendlich noch als klitzekleines Erfolgserlebnis verkaufen.
