Wahl des Bundespräsidenten: Wulff muss in den zweiten Wahlgang

Heute findet die mit Spannung erwartete Wahl des Bundespräsidenten statt. CDU/CSU und FDP haben Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff als ihren Kandidaten in das Rennen geschickt. Die SPD und Grünen nominierten Joachim Gauck als Gegenkandidaten. Der erste Wahlgang ist zwischenzeitlich bereits beendet – Christian Wulff konnte nicht die nötige Anzahl an Stimmen erreichen. Ein zweiter Wahlgang ist nötig.

Wulff erhielt im ersten Wahlgang der Bundesversammlung lediglich 600 der 1242 möglichen Stimmen – zu wenig für eine Wahl. Gegenkandidat Gauck kam immerhin auf stolze 499 Stimmen. Die Außenseiter-Kandidatin der Linkspartei, Luc Jochimsen, kam mit 126 Stimmen auf den dritten Platz. NPD-Kandidat Frank Rennicke erhielt drei Stimmen.

Bei der zur “Schicksalswahl” hochgepushten Wahl des deutschen Staatsoberhauptes gab es damit bereits eine herbe Niederlage für die Koalition aus Union und FDP. Das dringend herbeigesehnte Erfolgserlebnis für Bundeskanzlerin Angela Merkel scheint in weite Ferne gerückt. Denn einen eindeutigen und glanzvollen Sieg für Christian Wulff wird es heute nicht geben.

Momentan findet gerade bereits der zweite Wahlgang statt. Auch in diesem Wahlgang braucht ein Kandidat eine absolute Mehrheit, um die Wahl zu gewinnen. Ob Wulff dies bereits im zweiten Wahlgang schaffen kann, scheint in Anbetracht des Ergebnisses des ersten Wahlgangs unwahrscheinlich. Es könnte also durchaus sein, dass Wulff auch noch in einen dritten Wahlgang muss. Im dritten Wahlgang würde allerdings bereits eine relative Mehrheit reichen, denn der Kandidat mit den meisten Stimmen gewinnt.

30.06.2010 | In den Medien | Thomas | 47 x gelesen

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